ChatGPT für Textkorrektur: Warum die manuelle Prüfung ihre Grenzen hat

ChatGPT für Textkorrektur: Warum die manuelle Prüfung ihre Grenzen hat

ChatGPT und andere KI-Modelle werden immer häufiger zur Textkorrektur eingesetzt. Verständlich, denn das Fenster ist ohnehin offen und der Text muss jetzt fertig werden.

Nur bringt die manuelle Nutzung Nachteile mit sich, die viele unterschätzen.

Jeder Text braucht einen neuen Prompt

Damit ChatGPT halbwegs als Korrektor arbeitet, reicht „korrigiere das bitte” nicht. Sie müssen genau beschreiben, was nicht verändert werden darf, sonst formuliert das Modell munter um.

Typischer Aufwand: zwei bis drei Minuten pro Text, nur für die Anweisung. Bei einem Text im Monat ist das egal. Bei zehn Texten am Tag nicht mehr.

Es verändert Ihren Text, auch ungefragt

Das ist das eigentliche Problem, und es lässt sich mit keinem Prompt vollständig abstellen. Ein Sprachmodell korrigiert nicht, es erzeugt eine neue Fassung, die Ihrer ähnelt.

Beispiel: Aus „Die Firma hat gute Resultate erzielt” wird „Das Unternehmen konnte hervorragende Ergebnisse verzeichnen”.

Im Original war kein Fehler. Trotzdem hat das Modell eingegriffen, und was dabei verloren geht, ist nicht ein Fehler, sondern Ihre Tonalität. Typisch sind umformulierte Sätze, ein geglätteter Sprachstil und eigene Interpretationen der KI an Stellen, an denen Sie sich bewusst anders entschieden hatten.

Wer eine Bewerbung, eine Hausarbeit oder einen persönlichen Text prüfen lässt, will genau das nicht.

Sie sehen nicht, was sich geändert hat

ChatGPT gibt Ihnen einen vollständigen neuen Text zurück, ohne Markierungen. Um die Änderungen zu finden, müssten Sie Wort für Wort vergleichen.

Bei einem längeren Dokument macht das niemand. Und so wandern Umformulierungen unbemerkt in die finale Fassung.

Die Ergebnisse sind jedes Mal anders

Geben Sie denselben Text in zwei getrennten Sitzungen ein, bekommen Sie zwei unterschiedliche Korrekturen. Meist nur in Details, aber verlässlich unterschiedlich.

Für einen einzelnen Brief ist das verschmerzbar. Wenn alle Texte in einem Unternehmen nach demselben Maßstab geprüft werden sollen, ist es unbrauchbar.

Überkorrekturen bei Fachsprache

Fachbegriffe werden vereinfacht, Umgangssprache verschwindet, sperrige juristische oder medizinische Formulierungen werden „verständlicher” gemacht. Nur sind die dort oft mit Absicht sperrig.

Klingt nach Kleinigkeiten? In einem Befund oder einem Vertrag kann eine geglättete Formulierung inhaltlich falsch werden.

Die bessere Alternative: spezialisierte Textprüfungstools

Werkzeuge, die von vornherein nur auf Korrektur ausgelegt sind, lösen genau diese Punkte:

  • Sie erkennen Fehler automatisch, ohne dass Sie einen Prompt formulieren.
  • Sie markieren die Fehlerstelle, statt den ganzen Text neu zu schreiben.
  • Sie zeigen jede Änderung nachvollziehbar an, sodass Sie einzeln entscheiden können.
  • Sie legen bei jedem Text dieselben Kriterien an.

Fazit

ChatGPT ist ein mächtiges Werkzeug, nur eben ein Schreibassistent und kein Korrektor. Für Stilfeedback und Brainstorming ist es hervorragend geeignet.

Für den letzten Schritt vor dem Abschicken, bei dem der Text so bleiben soll wie er ist, sind spezialisierte Lösungen die bessere Wahl. Unsere Rechtschreibprüfung markiert Fehler und lässt Ihre Formulierungen in Ruhe. Kostenlos, ohne Anmeldung, Ihre Texte werden nicht gespeichert.