Lektorat vs. Korrektorat: Wo liegt der Unterschied?
Viele Autoren und Unternehmen verwenden die Begriffe Lektorat und Korrektorat synonym. Das ist ein teurer Fehler.
Beide Dienstleistungen haben unterschiedliche Schwerpunkte, und wer das eine bestellt und das andere erwartet, bekommt entweder zu wenig zurück oder bezahlt für Arbeit, die er gar nicht wollte.
Was ist ein Korrektorat?
Ein Korrektorat konzentriert sich ausschließlich auf die formale Korrektheit Ihres Textes. Der Korrektor prüft:
- Rechtschreibung und Grammatik
- Zeichensetzung
- Silbentrennung
- einheitliche Schreibweisen, also nicht einmal „E-Mail” und einmal „Email”
- Formatierung und Typografie
Entscheidend ist, was dabei nicht passiert: Inhalt und Stil bleiben unangetastet. Steht in Ihrem Text ein grammatisch korrekter Satz mit 60 Wörtern, bleibt er stehen. Der Korrektor ist keine Geschmacksinstanz.
Das Korrektorat ist der letzte Schritt vor der Veröffentlichung.
Was ist ein Lektorat?
Ein Lektorat geht deutlich weiter und umfasst eine inhaltliche und stilistische Überarbeitung. Der Lektor arbeitet an:
- Verständlichkeit und Lesbarkeit
- Logik und Struktur des Textes
- Sprachstil und Tonalität
- zielgruppengerechter Ansprache
- Kürzungen und Umformulierungen
- Faktenchecks und Quellenprüfung
Hier gibt es kein einfaches richtig und falsch. Eine gute Lektorin schlägt vor und begründet, statt zu bestimmen, und im Idealfall diskutieren Sie über die Stellen, an denen Sie anderer Meinung sind. Ein Lektorat ist Zusammenarbeit, ein Korrektorat ist Prüfung.
Wann benötigen Sie welche Dienstleistung?
Ein Korrektorat reicht, wenn Ihr Text bereits gut strukturiert ist und Sie nur noch Fehler beseitigen möchten. Ideal für finale Versionen von Pressemitteilungen, Bewerbungen oder Abschlussarbeiten.
Ein Lektorat brauchen Sie, wenn Sie beim Lesen selbst unsicher werden. Wenn Sie nicht beurteilen können, ob Kapitel drei zu lang ist oder ob Ihr Argument trägt. Besonders wichtig bei Büchern, Fachartikeln oder wichtigen Geschäftsdokumenten.
Und wenn Sie beides brauchen, dann in dieser Reihenfolge: erst das Lektorat, danach das Korrektorat. Andersherum ist das Geld für die Korrektur verloren, weil beim Lektorat neue Sätze entstehen und mit ihnen neue Fehler.
Kosten und Zeitaufwand
Ein Korrektorat ist günstiger und schneller, weil weniger Arbeitsschritte nötig sind. Ein Lektorat braucht mehr Zeit und kostet entsprechend mehr, bringt aber auch deutlich mehr für die Textqualität.
Abgerechnet wird meist pro Normseite (üblicherweise 1.500 Zeichen inklusive Leerzeichen, also grob 250 Wörter). Bei einem Manuskript mit 300 Normseiten wird das schnell vierstellig, und genau daran scheitern viele Selfpublishing-Projekte.
Fragen Sie deshalb vor der Beauftragung nach, ob das Korrektorat im Lektoratspreis enthalten ist. Beides ist üblich, und die Antwort verändert den Vergleich zwischen zwei Angeboten erheblich.
Ein pragmatischer Weg, der in der Praxis gut funktioniert: die formale Korrektur maschinell vorwegnehmen, damit der bezahlte Mensch seine Zeit nicht mit Tippfehlern verbringt. Bei stundenweiser Abrechnung senkt das die Rechnung spürbar.
Fazit
Korrektorat heißt: Fehler raus, Text bleibt. Lektorat heißt: Text wird besser, und dafür verändert er sich.
Beide Leistungen haben ihre Berechtigung. Wenn Sie den Unterschied kennen, bestellen Sie die richtige und sparen Budget und Zeit.
Wenn Sie eigentlich nur Fehler suchen, probieren Sie es vorab mit unserer kostenlosen Rechtschreibprüfung. Sie arbeitet nach dem Prinzip Korrektorat und lässt Ihre Formulierungen in Ruhe. Ohne Anmeldung, Ihre Texte werden nicht gespeichert.